Umbau eines Viessmann-CarMotion-LKW auf einen Herpa Scania CG 17

Um mehr Vielfalt auf die Straßen meiner Modellbahn zu bringen, habe ich mich an den Umbau eines Viessmann-CarMotion-LKW gewagt. Als Basis diente mir der MB Actros 8030 von Viessmann, der als Spenderfahrzeug für die Technik herhalten musste. Die neue Karosserie stammt von einem Herpa Scania CG 17.

Warum meine Wahl ausgerechnet auf den Scania fiel, ist schnell erklärt: Auf seinem YouTube-Kanal „Modellbaumax“ beschreibt Modellbaumax den Umbau dieses Fahrzeugtyps als vergleichsweise unkompliziert. Da es sich um meinen ersten Umbau eines CarMotion-Fahrzeugs handelte, erschien mir dieses Modell als geeigneter Einstieg. Dennoch erfordert ein solcher Umbau definitiv Geduld und Fingerspitzengefühl.

Da ich den Umbau zunächst ohne Kamera durchgeführt habe, konnte ich die einzelnen Arbeitsschritte leider nur sporadisch mit Fotos dokumentieren.


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1. Demontage des Viessmann-CarMotion-Modells

Zunächst muss der MB Actros von Viessmann zerlegt werden. Dazu wird als Erstes der Frontgrill vorsichtig entfernt. Hierfür lässt er sich mit einem dünnen, spitzen Gegenstand seitlich anheben und aus seiner Halterung lösen.

Demontage des Frontgrills durch vorsichtiges seitliches Anheben.

Anschließend kann das Fahrerhaus vom Chassis getrennt werden. Dazu werden die Rastnasen an den hinteren, seitlichen Halterungen vorsichtig gelöst. Das Fahrerhaus lässt sich dann nach oben abnehmen. Dabei ist darauf zu achten, dass die Kabelverbindungen nicht beschädigt werden.

Das Fahrerhaus wird aus den seitlichen Halterungen ausgeklipst.

Das Fahrerhaus ist vom Chassis getrennt, hängt aber noch an den Kabelverbindungen.

Ist das Fahrerhaus freigelegt, können das Zusatzgewicht und anschließend der komplette Unterboden entfernt werden.

Demontage des Zusatzgewichts.

Die weiteren Demontageschritte habe ich nicht dokumentiert, da sie weitgehend selbsterklärend sind. Besondere Vorsicht ist jedoch bei den Lithium-Akkus geboten. Diese dürfen weder kurzgeschlossen noch mechanisch beschädigt oder deformiert werden.

Bei meinem Modell war einer der beiden Fahrzeugakkus im Innenraum verklebt. Um ihn lösen zu können, habe ich den Klebstoff vorsichtig mit Isopropanol behandelt, um seine Klebekraft zu reduzieren. Hierbei ist besondere Vorsicht geboten, damit weder Kunststoffteile noch elektrische Komponenten beschädigt werden.

2. Anpassung der Frontbeleuchtung

Da die originale Frontlichtplatine von Viessmann nicht zu den Frontscheinwerfern des Scania passt, musste eine neue Lösung her. Mit KiCad habe ich deshalb eine passende flexible Leiterplatte (Flex-PCB) entworfen und diese anschließend bei JLCPCB zu einem günstigen Preis fertigen lassen.

Wer die Platine für ein eigenes Umbauprojekt verwenden möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Leider habe ich es versäumt, Fotos von der fertigen Flex-Platine zu machen – weder im unbestückten Zustand noch nach dem Bestücken und Einbau. Einen Einblick in die Konstruktion kann ich aber anhand der Entwurfsansicht in KiCad geben.

Die Platine ist ähnlich aufgebaut wie das Original von Viessmann und verfügt über folgende Komponenten:

  • Zwei warmweiße Front-LEDs der Bauform 0603
  • Zwei LEDs der Bauform 0402 für je einen linken und rechten Blinker
  • Zwei IR-Dioden der Bauform 0603 vom Typ PT19-21B/L41/TR8, die vergleichsweise schwer zu bekommen sind

Übersicht des Schaltplans der Frontlichtplatine in KiCad.

Die fertig entworfene Frontplatine in KiCad.

3. Konstruktion einer neuen Bodenplatte

Nachdem die Beleuchtung an das Herpa-Modell angepasst war, musste ich mich um den Unterboden kümmern. Der originale Unterboden des MB Actros lässt sich für den Scania leider nicht verwenden.

Nach der Demontage weist der Unterboden des Herpa-Modells eine relativ große Öffnung auf. Außerdem muss die Lenkachse weiterhin sicher befestigt werden. Eine passende Lösung musste also her.

Dafür habe ich mit Tinkercad eine neue Einbauplatte konstruiert und anschließend im 3D-Druckverfahren fertigen lassen. Sie schließt die Öffnung im Unterboden und ermöglicht die erforderliche Befestigung der Lenkachse.

Auch diese Konstruktion stelle ich bei Interesse gerne zur Verfügung. Wer die Bodenplatte für ein eigenes Projekt nutzen möchte, kann mich einfach kontaktieren.

Die selbst konstruierte Bodenplatte für den Herpa Scania.

4. Montage und Einbau der Rundumleuchten

Nachdem auch dieses Problem gelöst war, konnte ich mit dem Zusammenbau des LKW beginnen.

Bei dieser Gelegenheit habe ich mich dazu entschieden, das Fahrerhaus zusätzlich mit Rundumleuchten auszustatten. Die Viessmann-Platinen sind dafür bereits vorbereitet und verfügen über entsprechende Lötpads. Die LEDs können dort ohne zusätzliche Vorwiderstände angeschlossen werden. Gegebenenfalls müssen zuvor noch Anode und Kathode der verwendeten LEDs identifiziert werden.

Da ich für die Rundumleuchten LEDs der Bauform 0402 verwendet habe, gestaltete sich dieser Arbeitsschritt als besonders fummelig. Die winzigen Bauteile an der richtigen Stelle zu positionieren und sauber zu verlöten, erfordert einiges an Geduld und eine ruhige Hand.

Anschluss der Rundumleuchten auf dem Fahrerhaus an die Viessmann-Platine.

5. Abschluss und Funktionstest

Nachdem die Beleuchtung vollständig angeschlossen war, habe ich zunächst alle Funktionen überprüft. Anschließend wurde der LKW endgültig zusammengebaut und ausgiebig getestet.

Beim Zusammenbau ist dann die 3D gedruckte Bodenplatte mit dem Herpa-Unterboden verklebt worden. Anschließend wurde die Viessmann-Platine bündig mit dem Unterboden verklebt worden, bzw. liegt auf dem Unterboden auf. Die Lenkachse wurde mit dem 3D gedruckten Kontruktionsteil verklebt. Alle weiteren Aufbauten und anbauten von Herpa sind weiterhin Steckteile geblieben und lassen sich somit auch wieder entfernen. Lediglich die Rundumleuchten sind mit Klarlack fixiert worden und die Deckenplatine ist mit doppelseitigem Klebeband am Fahrerhaus-Himmel geklebt worden. 

Das Ergebnis ist ein Viessmann-CarMotion-Fahrzeug mit der Karosserie eines Herpa Scania CG 17 – und damit eine willkommene Ergänzung für mehr Abwechslung auf der Modellbahnstraße.

Der umgebaute Scania von unten.

Weitere Umbauberichte rund um das Thema CarMotion werden sicherlich folgen.

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